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Moorhühner und Seifenduft
Worpsweder Kunsthandwerkermarkt lockte wieder mit reichem Angebot

Von unserer Mitarbeiterin
Donata Holz

 
WORPSWEDE. "Tante Agathe" kommt aus Bielefeld, das verrät ein kleines Schild an ihrem Fußgelenk. Mit ihrer Lockenfrisur blickt sie selbstbewusst in die Runde. Und sie hat sogar die Fähigkeit, Wasser zu speien. Tante Agathe ist ein schräger Vogel, der in der Worpsweder Metallwerkstatt "Sam Moorkunst" entstanden ist.Gerade war sie in geselliger Runde von Artgenossen wie "Arne Piepenbrink, dem Pinselquäler" auf dem Kunsthandwerkermarkt zu Gast.Neben diesen lustigen Moorhühnern aus Kupfer und Stein gab es wieder eine Menge erlesenen Kunsthandwerks auf der zweitägigen Ausstellung im Worpsweder Rathaus.Aus einem intuitiven Dialog mit Holz schafft Thomas Konwiarz seine Skulpturen. Ihm geht es in seine Figuren darum, den natürlichen Strukturen und der Aus-strahlung des Materials zu folgen. Auf diese Weise entstehen eigenwillige, ausdrucksstarke Gesichter und Figuren.Auch Peter Herbst hat sich der Arbeit mit Holz verschrieben. Aus einheimischen Hölzern wie Kirsche, Buche, Esche und Eiche drechselt er formschöne Schalen und Teller, wobei ein etwa helle Buche mit dunklen Ebenholzelementen verbindet. Ungewöhnliche Strukturen entstehen durch Multiplexstücke, mit denen sich sogar ein Rombenmuster gestalten lässt.Auch Jörn Martens hat sich für das Material Holz entschieden. In seiner Vollersoder Werkstatt fertigt er Füller und Kugelschreiber aus verschiedenen Hölzern. Dazu wird ein Holzstück durchbohrt, mit einer Metallhülse versehen und gedrechselt und so zu einem edlen Schreibwerkzeug.Rohes Metall in starker Glut. Dem Schmiedehandwerk hat sich Ruprecht Holsten verschrieben. Er verwandelt das rohe Metall unter starker Glut zu formschönen, schwarzen Schalen und Gefäßen und poliert nur jeweils den Rand zu einem schimmernden Glanz.Der Duft von Vanille, Zimt und Kakao strömte nicht etwa von einem Zuckerwarenstand aus, sondern von den Pflanzenölseifen von Monika Böse aus Bremen. Sie präsentierte handgerührte Seifen. Reine ätherische Öle und naturidentische Öle sowie Auszüge aus Pflanzen werden, je nach Rezeptur mit Sonnenblumenöl, Palmöl, Ziegenmilch oder Kakaobutter gemischt. Nach einem Jahrhunderte alten Verfahren werden die Zutaten gerührt, in Formen geschnitzt und poliert. Erst nach einer etwa dreimonatigen Reifezeit, wenn sie einen hautfreundlichen pH-Wert aufweisen, werden sie verkauft.In Griechenland am Strand sammelt Hella Gabriel schwarze, weiße und auch einzelne farbige Steine. In ihrer Worpsweder Werkstatt werden sie dann in geschmiede-ten Tischen zu formschönen Mosaiken verarbeitet. Erlesene Einzelstücke schafft die Designerin auch, wenn sie aus einer Kombination aus Leder und Stoff Jacken entwirft und selbst näht.Welche vielfältigen Möglichkeiten sich in der Arbeit mit Papier bieten, wurde an verschiedenen Ständen deutlich: Aus handgeschöpften Papieren waren ungewöhnliche Bildobjekte entstanden. Eine weitere Papierkünstlerin bewies, dass sich weiches Papier aus Nepal zu Schmuck verarbeiten lässt. Außergewöhnliche Ketten und Ohrschmuck, zum Teil versehen mit kleinen Perlen, sind so entstanden.Darüber hinaus bereicherten verschiedene Goldschmiedearbeiten, handgewebte Kleidung, Keramik- und Glaskunst, bemaltes Porzellan und handgesponnene Wolle das Angebot des Worpsweder Kunsthandwerkermarktes, der wieder Besucher von überall her anzog.

 

© Bremer Tageszeitungen AG

 

 

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Aktualisiert am 25.02.2009  

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